Die gängigsten Prüfzeugnisse
Für Sonderräder gibt es im Wesentlichen zwei Arten von Nachweisen:
- Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) für Fahrzeugteile nach § 22 StVZO
- Teilegutachten
Vorweg: Räder mit einem Teilegutachten müssen immer durch eine Änderungsabnahme nach § 19 Abs. 3 StVZO abgenommen werden. Bei Rädern mit ABE ist das nicht in jedem Fall nötig – vorausgesetzt, alle Auflagen werden eingehalten.
In sechs Schritten zur richtigen ABE-Prüfung
1. Felge und ABE zuordnen
Die Felge muss mit der Nummer der ABE gekennzeichnet sein, zum Beispiel „KBA 49291“. Die Größe der Felge steht meist auf der Innenseite der Speichen, etwa „7,5Jx17H2 ET35“. Vergleichen Sie die Angaben auf der Felge mit den Angaben in der ABE.
2. Fahrzeugtyp in der ABE suchen
Suchen Sie in der ABE zuerst die Marke, dann die Typbezeichnung Ihres Fahrzeugs. Zu einem Typ gibt es meist mehrere Ausführungen. Die richtige finden Sie über die Nummer der Typgenehmigung bzw. Betriebserlaubnis in Feld K Ihres Fahrzeugscheins (Zulassungsbescheinigung Teil I), zum Beispiel „e1*2007/46*0316“. Stimmen die Nummern überein, geht es weiter. Die letzten beiden Ziffern im Fahrzeugschein geben nur den Änderungsstand an und sind für die ABE meist nicht von Bedeutung.
3. Leistung vergleichen
Vergleichen Sie die Leistungsangabe (kW) in der ABE mit der Ihres Fahrzeugs.
4. Reifengröße und Reifenauflagen prüfen
Meist sind mehrere Reifengrößen aufgeführt, die mit der Felge an Ihrem Fahrzeug gefahren werden dürfen, etwa 225/50 R17, 235/45 R17 und 245/45 R17. In der Spalte für die Reifenauflagen stehen Schlüsselnummern, die für die jeweilige Reifengröße eingehalten werden müssen.
5. Allgemeine Auflagen prüfen
Zusätzlich gibt es allgemeine Auflagen für die Felge an Ihrem Fahrzeugtyp, ebenfalls als Schlüsselnummern, zum Beispiel 10B, 11B oder 11G. Diese gelten generell für diese Felge.
6. Schlüsselnummern nachlesen
Am Ende jeder ABE sind die Schlüsselnummern erläutert. Gehen Sie jede Nummer durch, die Sie Ihrem Fahrzeugtyp und Ihrer Reifengröße zugeordnet haben, und prüfen Sie, ob Ihr Fahrzeug die Auflage erfüllt. Sind alle Auflagen eingehalten, dürfen Sie die Räder ohne Weiteres fahren. Die ABE bzw. der Auszug für Ihr Fahrzeug sollte im Fahrzeug mitgeführt werden.
Wo es problematisch wird
§ 19 Abs. 3 StVZO regelt unter anderem den Anbau von Teilen mit ABE. Werden die Auflagen der ABE nicht eingehalten, erlischt die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs.
Manche Auflagen verlangen ausdrücklich eine Abnahme. Typisch ist ein Text wie: „Der vorschriftsmäßige Zustand des Fahrzeuges ist durch einen amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfer … bescheinigen zu lassen.“ Steht eine solche Auflage für Ihr Fahrzeug in der ABE, muss unverzüglich eine Änderungsabnahme nach § 19 Abs. 3 StVZO erfolgen. Andernfalls erlischt die Betriebserlaubnis – mit möglichen Folgen für Versicherungsschutz und Hauptuntersuchung.
Wir helfen weiter
Das Thema ist kompliziert, und die Auflagen sind nicht immer eindeutig. Bringen Sie Fahrzeugschein und ABE bzw. Teilegutachten mit an die TÜV SÜD Prüfstelle Gaimersheim. Wir sehen uns das gemeinsam an und nehmen die Räder bei Bedarf direkt ab. Mehr zur Änderungsabnahme.
Häufige Fragen
Muss ich Felgen mit ABE eintragen lassen?
Nicht in jedem Fall. Wenn alle Auflagen der ABE für Ihr Fahrzeug und Ihre Reifengröße eingehalten sind und keine Auflage eine Abnahme verlangt, reicht es, die ABE mitzuführen. Verlangt eine Auflage eine Abnahme, ist eine Änderungsabnahme nach § 19 Abs. 3 StVZO nötig.
Was ist der Unterschied zwischen ABE und Teilegutachten?
Mit ABE dürfen Räder bei Einhaltung aller Auflagen ohne Abnahme gefahren werden. Räder mit Teilegutachten müssen immer durch eine Änderungsabnahme abgenommen werden.
Was passiert, wenn ich die Auflagen nicht einhalte?
Dann erlischt die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs. Das kann Folgen für den Versicherungsschutz haben und wird spätestens bei der Hauptuntersuchung bemängelt.

